Der Richtwert ist der gesetzlich festgelegte Betrag je Quadratmeter Nutzfläche und Monat
(§ 5 Richtwertgesetz).
Jedes Bundesland hat einen eigenen Richtwert. Er ist die Ausgangsbasis für den höchstzulässigen
Hauptmietzins nach § 16 Abs. 2 MRG.
Vereinfacht:
Höchstzulässiger Hauptmietzins = Richtwert + Zuschläge − Abstriche (bei Befristung −25 %)
Für welche Wohnungen gilt der Richtwert?
Für Wohnungen der Ausstattungskategorien A, B oder C im Vollanwendungsbereich des MRG
(§ 16 Abs. 2 MRG), laut Statistik Austria in der Regel für Altbauwohnungen mit Mietverträgen
ab dem 1. März 1994. Nur teilweise unter das MRG fallen unter anderem Wohnungen in Gebäuden,
die ohne öffentliche Mittel auf Grund einer nach dem 30. Juni 1953 erteilten Baubewilligung neu errichtet
wurden, und Eigentumswohnungen in Gebäuden mit Baubewilligung nach dem 8. Mai 1945 (§ 1 Abs. 4 MRG).
Liegt ein Ausnahmefall des § 16 Abs. 1 Z 1–5 MRG vor, darf statt des Richtwertmietzinses bis zum angemessenen Hauptmietzins vereinbart werden – etwa für Mietgegenstände, die nicht Wohnzwecken dienen (Z 1); für Mietgegenstände in Gebäuden, die auf Grund einer nach dem 8. Mai 1945 erteilten Baubewilligung neu errichtet wurden, oder die auf Grund einer solchen Baubewilligung durch Um-, Auf-, Ein- oder Zubau (z. B. Dachgeschossausbau) neu geschaffen wurden (Z 2); in Gebäuden, an deren Erhaltung aus Gründen des Denkmalschutzes öffentliches Interesse besteht, wenn der Vermieter nach dem 8. Mai 1945 erhebliche Eigenmittel für die Erhaltung aufgewendet hat (Z 3); für Wohnungen der Kategorie A oder B über 130 m², wenn sie binnen sechs Monaten nach Räumung an jemanden vermietet werden, der nicht in die Mietrechte des früheren Mieters eintreten darf (bei Verbesserungsarbeiten verlängert sich die Frist um ein Jahr) (Z 4); sowie bei einem unbefristeten Mietverhältnis, wenn die Vereinbarung über die Höhe des Hauptmietzinses erst mehr als ein Jahr nach Übergabe schriftlich getroffen wird (Z 5).