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Günstigste Landkreise Deutschland 2026: Billiges Bauland

· immopreis.app Redaktion

Während Bauland im Großraum München die Marke von 2.000 €/m² längst überschritten hat, gibt es in Deutschland noch immer Regionen, in denen ein Quadratmeter baureifes Grundstück für unter 50 Euro zu haben ist. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 298 €/m² – doch 23 Landkreise unterschreiten die Schwelle von 50 €/m² deutlich. Das entspricht einem Preisunterschied von mehr als dem 40-Fachen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Kreis Deutschlands.

Dieses Ranking zeigt, wo sich Bauland noch zu erschwinglichen Preisen findet – und was Käufer dabei bedenken sollten.

Die 20 günstigsten Landkreise im Überblick

Die folgende Tabelle basiert auf amtlichen Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) für baureifes Wohnbauland, Stand 2024. Klicken Sie auf einen Kreis für weitere Immobiliendaten zu Leerstand, Mietpreisen und Kaufkraft.

# Landkreis Bundesland Baulandpreis
1 Uckermark Brandenburg 30,27 €/m²
2 Wittenberg Sachsen-Anhalt 30,46 €/m²
3 Hildburghausen Thüringen 31,00 €/m²
4 Bautzen Sachsen 32,69 €/m²
5 Mecklenburgische Seenplatte Mecklenburg-Vorpommern 33,37 €/m²
6 Prignitz Brandenburg 33,47 €/m²
7 Altenburger Land Thüringen 35,42 €/m²
8 Oberspreewald-Lausitz Brandenburg 38,18 €/m²
9 Greiz Thüringen 39,28 €/m²
10 Mansfeld-Südharz Sachsen-Anhalt 39,82 €/m²
11 Mittelsachsen Sachsen 40,18 €/m²
12 Ostprignitz-Ruppin Brandenburg 40,40 €/m²
13 Anhalt-Bitterfeld Sachsen-Anhalt 42,49 €/m²
14 Vogtlandkreis Sachsen 43,11 €/m²
15 Schmalkalden-Meiningen Thüringen 43,93 €/m²
16 Hof Bayern 44,10 €/m²
17 Nordhausen Thüringen 46,17 €/m²
18 Wartburgkreis Thüringen 46,40 €/m²
19 Saalfeld-Rudolstadt Thüringen 47,62 €/m²
20 Sonneberg Thüringen 48,29 €/m²

Quelle: Destatis, Kaufwerte für baureifes Land, Stand 2024. Nur Kreise mit ausreichender Datenbasis werden ausgewiesen.

Regionale Muster: Ostdeutschland dominiert – mit Ausnahmen

Ein Blick auf die Tabelle zeigt ein eindeutiges Bild: Das Ranking wird von ostdeutschen Kreisen dominiert. Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen stellen den Großteil der günstigsten Lagen. Uckermark, Wittenberg und Hildburghausen führen das Ranking an – Regionen, die seit der Wiedervereinigung mit erheblichem Bevölkerungsrückgang zu kämpfen haben.

Mecklenburg-Vorpommern ist mit der Mecklenburgischen Seenplatte ebenfalls vertreten. Sachsen, das wirtschaftsstärkste ostdeutsche Bundesland, taucht mit Bautzen, Mittelsachsen und Vogtlandkreis auf – trotz vergleichsweise stabiler wirtschaftlicher Entwicklung in Großstadtnähe.

Interessant ist der westdeutsche Ausreißer: Hof in Bayern erscheint auf Platz 16 mit einem Baulandpreis von unter 45 €/m². Der Landkreis liegt im strukturschwachen Nordosten Bayerns, weit entfernt von den wirtschaftlichen Zentren München oder Nürnberg, und zeigt: Günstige Baulandpreise sind kein rein ostdeutsches Phänomen – sie entstehen überall dort, wo die Nachfrage strukturell gering ist.

Günstig ≠ attraktiv: Was Bauland-Schnäppchen verbergen können

Ein niedriger Baulandpreis ist verlockend – er erzählt aber nur einen Teil der Geschichte. In strukturschwachen Regionen gehen günstige Grundstückspreise häufig mit einer Reihe von Herausforderungen einher:

  • Leerstand: Viele günstige Kreise haben Leerstandsquoten von über 8 %. Das signalisiert geringe Nachfrage – und damit auch ein schwaches Wiederverkaufspotenzial.
  • Infrastruktur: Ärzte, Schulen, öffentlicher Nahverkehr und Breitbandanschluss sind in ländlichen Schrumpfungsregionen oft unterdurchschnittlich ausgebaut.
  • Arbeitsmarkt: Ohne gut erreichbare Arbeitsstellen sind diese Lagen nur für Menschen mit Remote-Work-Option oder Selbstständige attraktiv.
  • Wiederverkauf: Wer ein Haus baut und später wieder verkaufen will, findet in schrumpfenden Regionen möglicherweise keinen Käufer zu kostendeckenden Preisen.

Die gute Nachricht: Remote Work hat die Gleichung in den letzten Jahren verändert. Wer nicht täglich ins Büro pendeln muss, kann von günstigen Baulandpreisen profitieren, ohne auf berufliche Chancen verzichten zu müssen. In manchen ostdeutschen Kleinstädten entstehen dadurch neue Zuzugstendenzen – vor allem bei jungen Familien aus teuren westdeutschen Großstädten.

Hinweis: Günstige Baulandpreise gehen oft mit niedrigerer Kaufkraft und schwächerem Arbeitsmarkt einher — der Gesamtkontext entscheidet.

Förderprogramme für strukturschwache Regionen

Wer in einem strukturschwachen Landkreis bauen oder kaufen möchte, kann von einer Reihe staatlicher Förderprogramme profitieren:

  • Stadtumbau Ost (Bundesstädtebauförderung): Seit 2002 investieren Bund und Länder in die Aufwertung ostdeutscher Städte. Das Programm fördert Abriss, Sanierung und Infrastrukturmaßnahmen in schrumpfenden Kommunen.
  • KfW-Programme: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse für energieeffizientes Bauen und Sanieren – unabhängig vom Standort.
  • Länderprogramme: Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt bieten eigene Förderprogramme für Eigenheimbesitzer und Investoren in ländlichen Regionen, teils mit nicht rückzahlbaren Zuschüssen.
  • Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW): Fördert Unternehmensinvestitionen in strukturschwachen Regionen und kann indirekt die Attraktivität von Wohnstandorten steigern.

Wer die Förderkulisse seines Wunschkreises prüfen möchte, findet beim jeweiligen Landesministerium oder der zuständigen Investitionsbank (z. B. SAB in Sachsen, IBB in Brandenburg, IFB Hamburg) aktuelle Förderübersichten.

Hinweis Alle Angaben ohne Gewähr. Die Inhalte dieser Website dienen als Orientierung und ersetzen keine Finanzierungs-, Bau- oder Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte wende dich an entsprechende Fachleute.